Umzug in die Cloud: Die Zukunft der Fertigung

„Wer Neues erreichen will, muss neue Wege gehen“: Was Thomas Jefferson vor rund 300 Jahren sinngemäß sagte, lässt sich heute auf jedes Unternehmen übertragen. Denn wer erfolgreich sein und sich einen Wettbewerbsvorsprung erarbeiten möchte, muss seine Komfortzone verlassen. Allerdings ist das leichter gesagt als getan.

Die Digitalisierung der Fertigung ist cloud-basiert

Es gibt Branchen, die ihre Tradition mehr zelebrieren als andere. Über Jahrzehnte konnten sich solche Unternehmen innerhalb ihrer Komfortzone bewegen, ohne Nachteile hinnehmen zu müssen. Ein Wirtschaftsbereich dieser Art ist die Fertigungsindustrie. Noch heute verlassen sich Produktionsunternehmen stärker auf Menschen als auf Maschinen. Durch die Corona-Krise wurde jedoch mehr als deutlich, wie wichtig es ist, die Digitalisierung der Fertigung voranzutreiben und auf Ansätze wie Machine-to-Maschine-Kommunikation (M2M) zu bauen. Cloud-Technologien haben sich hierbei als die beste, agilste und flexibelste Lösung erwiesen.

Der Wunsch, an Altbewährtem festzuhalten, ist vollkommen nachvollziehbar. Allerdings werden traditionelle Systeme den Anforderungen des heutigen Marktes schlicht nicht mehr gerecht. Wenn Sie bereits auf einen günstigen Zeitpunkt für einen technologischen Wechsel gewartet haben, dann ist er spätestens jetzt gekommen. Denn On-Premise-Plattformen können mit der wachsenden Komplexität der modernen Fertigung und den sich ständig ändernden Kundenanforderungen nicht mehr Schritt halten. Ebenso wenig sind sie in der Lage, steuerungs- und entscheidungsrelevante Daten schnell genug bereitzustellen. Cloud-Technologien können hingegen all diese Anforderungen erfüllen.

Cloud in der Fertigung: Daten in Echtzeit bereitstellen

Das Management von Prozessen und das Treffen von Entscheidungen auf Basis von Vergangenheitswerten war noch nie optimal. Entsprechend können Unternehmen erheblich davon profitieren, wenn sie eine vollständige Sicht auf alle vorliegenden Informationen in Echtzeit realisieren. Denn dies verbessert die Entscheidungsfindung signifikant.

So kann das Echtzeitmonitoring von Maschinen und deren Output dazu beitragen, das Anlagen- Management zu optimieren und Ausfallzeiten zu reduzieren. Die Echtzeit-Verfügbarkeit von Lagerbeständen hilft Unternehmen hingegen dabei, eine optimale Materialversorgung entlang der Wertschöpfungskette sicherzustellen.

Wenn Sie mit einer zentralen Instanz arbeiten, die alle Daten in Echtzeit zur Verfügung stellt, werden all die Nachteile der verzögerten Datensynchronisation aus der Welt geschafft. Sie realisieren reibungslose Prozesse, eine höhere Produktivität und deutliche Kostensenkungen. Voraussetzung ist hierfür jedoch eine hohe Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit in der Datenübertragung. Der ausgewählte Cloud-Anbieter muss dies gewährleisten können. Andernfalls ist es beispielsweise kaum möglich, Daten aus einer Vielzahl von örtlich verteilten IoT-Sensoren schnell genug auszuwerten.

Cloud-basierte Infrastruktur kann nicht nur die Kosten senken

Eine cloud-basierte Infrastruktur ist stets agiler als eine IT-Infrastruktur im eigenen Haus. So lassen sich Cloud-Technologien abhängig von den ktuellen Anforderungen jederzeit nach oben und unten skalieren.

Anders formuliert: Bei Cloud-Lösungen verfügen Sie stets über die Ressourcen, die Sie momentan benötigen. Im Gegensatz zu Inhouse-IT-Lösungen sind Ihre IT-Ausgaben mit der Cloud zudem besser kalkulierbar. Sie zahlen nur für die Ressourcen und Funktionen, die Sie tatsächlich benötigen.

Wenn Sie ältere Inhouse-Systeme einsetzen, kann zudem sehr schnell der Zeitpunkt kommen, an dem eine umfangreiche Aufrüstung erforderlich ist. Oft tritt diese Notwendigkeit genau dann ein, wenn sie denkbar schlecht ins Tagesgeschäft passt. Und je älter ein System ist, desto häufiger werden sich Szenarien dieser Art ergeben. Das Aufschieben der relevanten Upgrades ist auf längere Sicht nicht zielführend, denn es führt zu einer zunehmenden Ineffizienz in den betroffenen Prozessen.

Doch auch mit Blick auf Budgets haben Cloud-Technologien Vorteile: Bei einem Umstieg entfallen nicht nur die Ausgaben für die On-Premise-Lösung. Durch effizientere und reibungslosere Fertigungsprozesse werden auch die Produktions- und Betriebskosten gesenkt. Darüber hinaus geben Sie die Verantwortung für die Verfügbarkeit und das Management der Systeme an einen Cloud-Service-Provider ab. Gerade für Industrieunternehmen, bei denen Systemausfälle erhebliche finanzielle Schäden verursachen, ist dies ein entscheidender Pluspunkt.

Cloud-Technologien und Sicherheit

Den Umzug in die Cloud und die damit einhergehende Auslagerung von Unternehmensdaten an einen externen Dienstleister sehen viele Entscheider kritisch. Immerhin liegt die Sicherheit der Daten dann in fremden Händen. Anstatt sich vor diesem Gedanken zu ängstigen, sollten Sie die Situation jedoch einmal von der anderen Seite betrachten: Wie sicher sind die Daten, wenn Sie auf Ihren eigenen Servern liegen? Wie schnell können Sie die Daten und die Betriebsbereitschaft wiederherstellen, wenn Sicherheitsvorfälle oder Naturkatastrophen eintreten?

Die meisten Anbieter von Cloud-Lösungen investieren massiv, um die Sicherheit und Resilienz ihrer Infrastrukturen sicherzustellen. Sollten trotz der hohen Sicherheitsstandards Schwierigkeiten auftreten, werden Fehler dank einer 24/7-Netzwerküberwachung innerhalb kürzester Zeit identifiziert. So ist es möglich, die Funktionsfähigkeit der Systeme im Notfall sehr schnell wiederherzustellen. Zudem können Sie sich bei einer Speicherung Ihrer Daten in der Cloud darauf verlassen, dass regelmäßige Back-ups angelegt werden, sodass die Informationen bei Datenlecks oder Hardware-Ausfällen nicht unwiederbringlich verloren sind.

Prozessoptimierung mit Cloud-ERP

ERP (Enterprise Resource Planning) ist das Rückgrat der Digitalisierung und die Basis für die Automatisierung von Prozessen. ERP-Systeme können zwar sowohl lokal als auch in der Cloud betrieben werden, die Cloud-ERP-Variante hat jedoch einige signifikante Vorteile:

  • Das Management von On-Premise-ERP-Systemen ist aufwendiger und teurer.
  • Cloud-basierte ERP-Software wird automatisch mit den neuesten Updates und Sicherheits-Patches versorgt.
  • Im Falle von Cloud-ERP müssen Sie sich nicht um die Integration in die bestehende Systemlandschaft kümmern. Der Dienstleister sorgt dafür, dass eine reibungslose Einbindung und somit eine konsistente Benutzererfahrung sichergestellt ist.
  • Bei einem On-Premise-ERP-System benötigen Ihre IT-Mitarbeiter umfangreiche Schulungen und technischen Support. Bei einer cloud-basierten ERP-Lösung kümmert sich hingegen der Anbieter um das Management des Systems und die Behebung technischer Fehler.

Optimierung entlang der gesamten Lieferkette

Damit alle Partner, die an der Herstellung und dem Verkauf eines Produkts beteiligt sind, effektiv agieren können, ist eine gemeinsame technologische Basis für die Zusammenarbeit erforderlich. Dies gilt insbesondere in Zeiten komplexer, internationaler Lieferketten. Glücklicherweise können Kommunikationslücken innerhalb dieser Supply Chains mithilfe von Cloud-Technologien überbrückt werden.

Mit cloud-basierter Software sind Mitarbeiter in der Lage, Informationen während des gesamten Produktlebenszyklus reibungslos auszutauschen. Wichtige Informationen gehen zudem nicht verloren, wenn sie zwischen Teams, Abteilungen und Unternehmen fließen, da sie zentral vorliegen und für alle Beteiligten verfügbar sind. Dies verbessert die Kollaboration signifikant.

Cloud-Technologien als Basis der Smart Factory

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Cloud in der Fertigung von höchster Relevanz ist. Mehr noch: Ohne Cloud-Technologien ist die Fabrik der Zukunft kaum vorstellbar. Denn Cloud Computing stellt wichtige Aspekte wie künstliche Intelligenz und Automatisierungslösungen für Industrieunternehmen bereit. Auch Sie sollten sich der Veränderung nicht verschließen, sondern den neuen Möglichkeiten mit Offenheit begegnen. Mutige Schritte zahlen sich aus und werden mit einem klaren Wettbewerbsvorsprung belohnt.

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